Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sushi

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sushi
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Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sushi

#1 Beitrag von sushi » 13. Mai 2013 12:32

Hallo

:D 8) :D 8) :D 8) :D 8)
Religion ist wenn einer irgendwann mal was in einem Buch schreibt und dann alle blind dasselbe wiederholen ohne die Ideologie jemals in Frage zu stellen, wer es dennoch tut wird ermahnt und auf den Pfad der Tugend zurückgebracht.
Realität ist wenn etwas funktioniert obschon es laut Religion nicht sein kann/darf.
Die Religion sagt:
Man muss einen Kettensatz immer in einem wechseln.
Man muss die Kette schön fetten und pflegen.
Ich habe nun mehrfach blasphemisch gegen die Religion verstossen und möchte davon berichten.
Wer sich in seinen religiösen Gefühlen durch meine Taten verletzt fühlt darf mir das gerne in einer höflichen, respektvollen Art und Weise sagen.
:D 8) :D 8) :D 8) :D 8)

Warum dieser Fred?
Sicherlich nicht für denjenigen der im Jahr 5000km fährt und jederzeit und rechtzeitig im Internet einen supergünstigen Kettensatz bestellen kann.
Hauptsächlich für mich, hätte ich vor einiger Zeit auf meine Frage:
http://xt-660.de/forum/viewtopic.php?f= ... 20#p113720
als Antwort diesen Fred bekommen hätte ich mir ne menge Geld gespart und nicht Teile nach Mexico fliegen lassen.Dass die R den selben Kettensatz hat wusste ich damals auch nicht, die R fährt nämlich die mexikanische Polizei.
Aber vielleicht hilft es einem anderen mal weiter.

Statistik:
1.Kettensatz:
Original Yamaha Z.
Kettenpflege so gut und so oft wie möglich mit Kettenspray, alle 500-1000km,also nach 1-2x tanken.
Nach 18090km originale Kette fertig.
Neue Kette auf alte Ritzel gemacht und mit viel beten,versties ja als Gläubiger gegen die Religion, noch 3290km weitergefahren.

2.Kettensatz:
Original Yamaha Z
Kettenpflege so gut und so oft wie möglich mit Kettenspray, alle 1000-1500km,also nach 2-4x tanken.
Nach 12879km Kette eingerissen.
Bild
Da dies bis da und auch seither der einzige Kettenriss war gehe ich davon aus dass das wegen einer Beschädigung der Kette kam und nicht wegen meiner Pflege.
Hab dann die Kette die schon mal auf alten Ritzeln war montiert, Clipschloss sei dank, und so mit Teilen mit total unterschiedlichen Laufzeiten weitergefahren, hab mittlerweile schon stark an der Religion gezweifelt.
Das ganze hielt noch 9083km.

3.Kettensatz:
Zubehör nicht Yamaha, weiss aber nicht mehr von wem.
Kettenpflege:
Auf Teer so gut und so oft wie möglich mit Kettenspray, alle 1000-1500km,also nach 2-4x tanken.
Auf Piste konsequent nicht eingesprayt.
Nach 21201km war diese Kette durch.
Damals hatte ich noch einen kompletten Kettensatz im Gepäck, wollte den aber noch nicht verbrauchen da ein Ersatz schwierig zu bekommen war und ich bei den letzten Wechseln kaum Verschleiss an den Ritzeln sah.
Also hab ich, mittlerweile kein Glauben an die Religion mehr vorhanden, einfach ne neue Kette, Clipschloss sei dank, draufgemacht und mir gesagt mal sehen wie das geht.
Nun die 2.Kette auf dem 1.Ritzelsatz hielt bei noch schlechterer Pflege, alle 1000-3000km eingesprayt und 99% Teer, nochmal 22107km.
O.K. das Ritzel ist jetzt wirklich durch aber am Kettenblatt seh ich nur leichten Verschleiss.

Ritzel neu und nach 43308km:

BildBild

Kettenblatt neu und nach 43308km:

BildBild

43308km

Bild

4.Kettensatz:
Zubehör nicht Yamaha, weiss aber nicht mehr von wem.
Kettenpflege:
mal sehen 8)

Schlussfolgerung:
Für eine Fahrt bis 40'000km werde ich in Zukunft, geht wohl noch ne Weile, nur ein Ersatzritzel mitnehmen und nach der 1.Kette dies wechseln, neue Kette gibts unterwegs, und das Kettenblatt drehen und somit auf der jungfräulichen Seite nochmal verwenden.

So, und wie immer gilt:
Ohne Gewähr und jeder auf seine Verantwortung :lol:

gruss sushi
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Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#2 Beitrag von frieda » 13. Mai 2013 14:15

Hallo sushi, du Ketzer! :shock: :lol:

HAbe zwar nich soo eine Langstreckenerfahrung wie du, aber habe (aus Unwissenheit) das Gleiche festgestellt.

Nur Kette wechseln reicht meist, wenn Ritzel und Kettnblatt noch einigermaßen aussehen... So gemacht damals an meiner Transalp. Auch auf Reise mit reichlich Gepäck.

Den meisten Schaden haben Ritzel und Kettenblatt in Spanien am Meer (Salzluft) genommen, als sich die fast verschlissene Kette täglich signifikant gelängt hat. Mit jeden Tag einsprühen und nachspannen ging es dann noch bis nach Hause. Und die Kette hatte 7.000 km mehr auf der Uhr. (Tour von Deutschland bis Marokko - ~7.000km in zwei Wochen)

Danach gabs ne neue Kette und die hat mit dem Rest vom alten Satz noch gute 20.000 km gemacht. DAnn wurde aber alles neu!

Fazit: Es geht, wie du berichtest.... :bindafür:

Schöne Grüße aus Peru

frieda

joergel
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Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#3 Beitrag von joergel » 13. Mai 2013 18:52

Moin,


mmmh, den Bildern nach zu urteilen, ist es doch noch viel zu früh, das Ritzel zu wechseln, sieht doch noch gut aus.

Ich wechsel auch nur Einzelteile aus, hinten z.B. habe immernoch das Originalkettenrad bei 46TKM drauf.

Aber danke für deinen Bericht....ist mensch mit seinen Erfahrungen nicht so alleine.

joergel
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sushi
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Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#4 Beitrag von sushi » 14. Mai 2013 00:30

joergel hat geschrieben: mmmh, den Bildern nach zu urteilen, ist es doch noch viel zu früh, das Ritzel zu wechseln, sieht doch noch gut aus.
Hallo
Ja da wäre sicher noch was gegangen 8) , vor allem da sich der Verschleiss Richtung innen bohrte, hatte daher auch keine Angst vor einem überspringen eher dass irgendwann mal ein Zahn bricht.
Kettenblatt drehen wäre sicher auch noch möglich aber ich hatte ja die Teile dabei und in läppischen 15'000km bin ich ja schon zuhause. :D
Ausserdem bin ich momentan in Sibirien und in ein paar Tagen in der Mongolei da war dies selbst einem Atheisten wie mir zu riskant.
gruss sushi
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Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#5 Beitrag von speedy » 14. Mai 2013 02:37

hab bei 25000 km schon das dritte Komplettset drauf. Die alten waren total runter.

So unterschiedlich kann man sein bike bewegen.

Gruß
Lächeln....hilft auch beim Erwischt werden.....

frieda

Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#6 Beitrag von frieda » 14. Mai 2013 02:55

sushi hat geschrieben: da war dies selbst einem Atheisten wie mir zu riskant.
gruss sushi
:lol:

sushi in der Mongolei hätten dich die Götter sicher nicht verlassen. Und wenn doch, geht's halt auf'm Pony weiter... :versteck:

Gute Fahrt noch auf den letzten 15.000!

frieda

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Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#7 Beitrag von paddisaar » 14. Mai 2013 21:25

sushi hat geschrieben:Nun die 2.Kette auf dem 1.Ritzelsatz hielt bei noch schlechterer Pflege, alle 1000-3000km eingesprayt und 99% Teer, nochmal 22107km
Hi sushi,

sehr interessanter Bericht, weil Du in der Tat gegen alle Grundsätze des XTistischen Glaubens verstoßen hast :biggrin:

Ich habe mich erst vor kurzem an einem thread beteiligt, wo ich unter anderem die Frage in den Raum warf, ob man nicht erst nach Sichtprüfung (Haifischzähne am Kettenrad?) entscheiden sollte, ob Kette, Ritzel u. Kettenrad gemeinsam gewechselt werden sollten, oder ob es genüge, bei gutem Zustand der beiden letzteren nur die Kette zu wechseln.

Die fast einhellige Meinung war, daß grundsätzlich alles erneuert werden sollte. Begründung: auf altem Ritzel/Kettenrad wird sich die neue Kette ungleich schneller abnutzen. Ich habe diese Argumentation eigentlich als plausibel akzeptiert. Nur, was ich jetzt von Dir lese, wirft natürlich jede Reli...ääh...Argumentation über den Haufen: überwiegend schlechte Pflege und trotzdem 22000 Km auf altem Ritzelsatz. Und das noch mit einem Clipschloss, es mußte hier mit dem Teufel zugehen!

Noch keine Ahnung, was ich im Bedarfsfall tun werde, ich werde jedenfalls meine ursprüngliche Meinung, nur das auszutauschen , was notwendig ist, nochmal überdenken.
Du hast den Jüngern mit knallharten Fakten die Augen geöffnet, Gott segne auch die Atheisten.

Schönen Abend nach Sibirien.

P.S. Kettenrad drehen, genialer Gedanke, wär ich nicht draufgekommen.
Viele Grüße :francais:Patrick

Martin G.
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Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#8 Beitrag von Martin G. » 14. Mai 2013 23:41

frieda hat geschrieben:... Und wenn doch, geht's halt auf'm Pony weiter...
Woher soll Sushi in der Mongolei eine Z-ABS bekommen? :scherzkeks:

zur Kette:

Beim MTB hab ich es so früher gemacht, dass alle 2 Ketten das Ritzelpacket und ggf. vorne das kl. Kettenblatt gewechselt wurde.
Aber ! wenn man zu lange gewartet hatte, dann hatte sich die Kette schon soweit gelängt und Ritzel und Zahnrad dadurch schon soweit abgenutzt,
dass eine neue Kette durch die größeren Abstände punktuell dann zu hoch belastet wurde und auch schnell die Grätsche machte.

Passt also zu deinen Erfahrungen Sushi.

Gruß
Martin

frieda

Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#9 Beitrag von frieda » 15. Mai 2013 02:12

OT
Martin G. hat geschrieben:
frieda hat geschrieben:... Und wenn doch, geht's halt auf'm Pony weiter...
Woher soll Sushi in der Mongolei eine Z-ABS bekommen? :scherzkeks:
:ideee: Meinte eigentlich mich zu erinnern, dass die ganze mongolische Steppe voll ist mit Ponys. Also echten Pferden. Die Nomaden laufen ja auch nicht gern... :mop:
Zur Not tuts dann aber sicher auch ein Kamel oder ein Yak. :schlaumeier: :lol:

Aber sicher wird er samt Z und Kette zu Hause ankommen.

OT Ende

frieda

sushi
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Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#10 Beitrag von sushi » 20. Mai 2013 18:41

Hallo
speedy hat geschrieben:hab bei 25000 km schon das dritte Komplettset drauf. Die alten waren total runter.
So unterschiedlich kann man sein bike bewegen.
Wow :shock:
Wie oft ist denn dein Gaszugseil schon gerissen, das scheint ja arg beansprucht zu werden :lol:
Dass hier im Forum mit X und Z sehr unterschiedliche Motorradfahrweltanschaungen vertreten sind macht das ganze ja so toll. :top:
Martin G. hat geschrieben: Woher soll Sushi in der Mongolei eine Z-ABS bekommen? :scherzkeks:
na hier:
http://forum.motorradkarawane.de/viewto ... =31&t=5850
ist zwar kein Pony aber wenn alle Sticke reissen..... :D
Falls einer noch nicht weiss wo es im Urlaub hingehen soll und eh eine Z sucht, kurzentschlossen zugreifen.
gruss sushi
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Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#11 Beitrag von killermilchschnitte » 22. Mai 2013 09:40

Danke für den Bericht sushi, genau die gleichen Erfahrungen habe ich auf meiner alten Ténéré damals auch gemacht und auch hier waren es knapp über 40.000km. Übrigens bin ich noch immer unentschieden, ob Ketzer, Atheist oder Agnostiker die richtige Bezeichnung ist :lol: Ich denke übrigens, dass die Devise "immer alles tauschen" aus dem Bereich der 100+ PS Motorräder kommt, hier zerren schließlich ganz andere Kräfte an Antrieb. Oder es ist einem Marketinghirn entsprungen, wäre auch möglich.

Auf die Idee das Kettenblatt zu drehen bin ich allerdings noch nicht gekommen :shock: Da ich demnächst die Kette tauschen muss (hab mittlerweile 21.000km mit der Originalkette runter und sie klackert schon sehr bedenklich... wenn ich es darauf anlegen würde wären vermutlich noch 3.000-5.000km drin aber ich alter Schisser geh dann doch lieber auf Nummer sicher) werde ich das bei der Gelegenheit auch gleich beherzigen. Gleich noch eine Frage dazu, da ich das Ritzel nicht im Kopf hab: kann man das auch drehen, oder ist es aufgrund der Kettenlinie asymmetrisch geformt?

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Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#12 Beitrag von joergel » 22. Mai 2013 17:31

Moin,

wenn du das Kettenritzel in der Hand hast, erübrigt sich deine Frage.....das geht nicht.


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Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#13 Beitrag von killermilchschnitte » 23. Mai 2013 09:04

Danke, sowas hab ich mir schon gedacht. Ich war jetzt nur zu faul es auszubauen um nachzuschauen :lol:

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Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#14 Beitrag von Long.John » 23. Mai 2013 11:00

Hi,

nur zum Verständnis: was bringt das Kettenrad umdrehen? Weil die Kette dann sozusagen an der anderen Seite der Zähne "zieht"?
Stell ich mir das so richtig vor?

Gruß

frieda

Re: Religion vs. Realität: Experimente mit der Kette by sush

#15 Beitrag von frieda » 23. Mai 2013 15:48

Long.John hat geschrieben:Hi,

nur zum Verständnis: was bringt das Kettenrad umdrehen? Weil die Kette dann sozusagen an der anderen Seite der Zähne "zieht"?
Stell ich mir das so richtig vor?

Gruß
Ja, richtig.
Der Verschleiß auf der "anderen" Seite ist bedeutend geringer. Außer du fährst andauernd mit extremer Motorbremse... :lol:

Ist im Prinzip wie bei der Kettensäge. Dort drehst du auch bei jedem Kettenwechsel das Schwert damit es nicht einseitig einläuft und dud es so länger nutzen kannst.

frieda

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