Erfahrungen mit Klimamembranen

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Andi-MUC
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Erfahrungen mit Klimamembranen

#1 Beitrag von Andi-MUC » 15. Jun 2015 20:25

Servus Gemeinde,
ich brauche demnächst eine neue Jacke. Die Auswahl ist ja recht groß und es gibt ja verschiedene Ausstattungen was die Klimamembran angeht. Gore Tex, Sympa Tex, Dry Gate usw.
Gore Tex ist ja bekanntlich sehr gut, bin damit auch immer gut gefahren, aber bei den anderen weiß ich nicht so recht ob die genau so was taugen.
Nun wollte ich mal eure Erfahrungen hören bzw. lesen.


Danke schonmal
Beste Grüße aus Oberbayern
Andi


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scooterbc
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Re: Erfahrungen mit Klimamembranen

#2 Beitrag von scooterbc » 16. Jun 2015 08:19

Die Qualität aller Membranen ist eigentlich gleich (gereckte Alditüte)

Unterschiede gibt's in der Verarbeitung z. B. beim Verkleben/ Verschweißen der Stöße an Ärmeln, Beinen etc. Da gibt es halt knappe und großzügige Verarbeitung.

Ich persönlich fahre seit zwei Jahren wieder ausschließlich Leder da mir die Membranklamotten zu warm und zu winddicht sind. Lüftungsöffnungen hin oder her. Und über eins sollte man sich im Klaren sein: Drei Tage im Regen fahren geht auch mit Membrane nicht, erstens werden die Klamotten bleischwer und sind pitschenass im Zelt oder auf dem Zimmer. Von Wassereinbrüchen im Rücken oder am Hintern mal ganz abgesehen. Ich habe wieder den Weg zu den klassischen Regenklamotten gefunden.
Das gilt natürlich alles nur wenn Du auch mehr als nur ne Wochenendausfahrt machst.

Meine Erfahrungen beruhen auf Polo, Rukka, Büse und Stadler und natürlich Schwabenleder

meine Garage ist voll: XL 500, XT 660 Z, Hayabusa plus die Moppeds meiner Frauen

Gery
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Re: Erfahrungen mit Klimamembranen

#3 Beitrag von Gery » 16. Jun 2015 08:46

Ich denke, dass sich die Menbranen wenig unterscheiden. Die unterschiedlichen Bezeichnungen sind einfach unterschiedliche Markennamen. Wichtig ist m.E. die Art der Verarbeitung. Laminat ist sicher gut, weil der Oberstoff sich bei Regen nicht so voll saugt - ist aber auch am teuersten. Ansonsten ist es eine Frage, wie man den Anzug nutzen will. Ich z.B. wollte einen anpassungsfähigen Ganzjahresanzug und habe den Okovango von Louis genommen, mit separatem Membran- und Thermo-Inlay. Damit war ich schon ganztägig im Regen. War trocken und bequem, auch wenn das Trocknen später eine ganze Zeit gedauert hat. Ansonsten habe ich standardmäßig immer einen Regen-Zweiteiler an Bord.

gigabass
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Re: Erfahrungen mit Klimamembranen

#4 Beitrag von gigabass » 16. Jun 2015 09:51

Unterschied gibts auch, wie die Membran in die Kleidung eingearbeitet ist. Oft (insbesondere bei den nicht ganz so hochpreisigen Teilen) per sogenanntem Z-Layer, also eine eigene Zwischenschicht. 'Problem' hier: Die Außenschicht saugt sich erst mal voll Wasser und wird schwer, der Membran-Layer läßt das Wasser aber nicht durch und Du bleibst trocken. Für 1-2 Stunden im Regen nicht so das Problem, ein ganzer Tag aber wohl nicht mehr so angenehm.

Bedenken solltest Du auch (und deshalb wird meine nächste Anschaffung wohl keine Membran- sondern wieder Lederbekleidung) :
Die Membran hält nicht ewig, auch bei guter Pflege nicht. Aus Erfahrung spreche ich von der Polo Mohawk, wenn man sich aber mal umhört ist das bei anderen - zumindest vom Prinzip her - auch nicht anders. Anfangs war die Jacke tatsächlich 'dicht'. Nach ~2 Jahren fings rund um den Ellebogen an feucht zu werden, nach 4 Jahren immer mehr Stellen, mittlerweile nach 6 Jaren hat die Jacke (und Hose) mit wasserdicht aber auch gar nix mehr zu tun. Jacke und Hose selbst sind ansonsten topfit. Ich hatte deshalb mal bei Polo angerufen, die meinten ganz klar : Die Jacke ist zu alt, nach 4 Jahren wäre es normal daß die Membran nicht mehr dicht ist. Das ist aber nicht Polo spezifisch, andere Membranen halten auch nicht ewig.

Deshalb, nach meiner Erfahrung : Vergiss das mit der Wasserdichtigkeit einfach. Einen kleinen Regen hält auch eine Lederkombi ab, und spätestens nach einer gewissen Zeit brauchst du auch bei einer (auch nicht wirklich billigen) Membran-Bekleidung den Regenkombi. Kauf die Bekleidung nach anderen Gesichtspunkten. Da kann dann auch eine Membranbekleidung rauskommen, muß aber nicht.

sushi
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Re: Erfahrungen mit Klimamembranen

#5 Beitrag von sushi » 16. Jun 2015 10:57

Hallo

Meine Erfahrung:

GoreTex ist die beste Membran was die Verarbeitung und Klima geht.
Ob sich der Mehrpreis lohnt muss jeder selber entscheiden, ich kaufe GoreTex bei Handschuhen.

Einen Anzug der vom Eisregen in Island bis zur Hitze im Outback in Australien alles abdeckt, gibt es nicht.
Die Verkäufer wollen es einem einreden mit der Erfindung der Klimamembran im Innenfutter.

Die Jacke wird nass und verliert jegliche Isolation, was bleibt ist die Schicht vom Innenfutter.
Die Dichtigkeit der ja immer kleiner geschnittenen Innenfutter kann ich nicht aus Erfahrung beurteilen, kann es mir nur Vorstellen wenn ich die Jacke im Laden anschaue, so einen Scheiss kauf ich nicht.
Einem Bekannten von mir wurde eine Lederjacke nach dem Prinzip verkauft, er hat 1500.- sFr. bezahlt, wird aber den Nachteil nie erfahren da der Schriftzug mit HD auf der Jacke ist.

Ich habe eine Jacke und Hose von Polo mit deren Membran in der Aussenhaut.
Für Fahrten von A nach B bis zu 1h wo man die Kleider dann aufhängt und abtropfen lässt eine gute Sache.
Unterwegs habe ich zusätzlich noch Regenjacke/hose von Polo und Regenüberschuhe.
Sieht es nach Regen aus, der nicht mal kurz durchfahren werden kann, ziehe ich diese Regensachen über die Membrankleider an.
Der zusätzliche Layer macht die Sache dann recht Wasserdicht, bei den Übergängen Handschuh/Jacke ist noch zu darauf zu achten dass der Fahrtwind/Handposition den Regen nicht durchlässt.
Das gute alte Zwiebelprinzip ist unschlagbar. Nach 8h Regenfahrt ist die Regenjacke innen feucht da die Klimamembran die Feuchtigkeit vom Körper durch die Jacke nach aussen führt und an der dichten Regenjacke kondensiert, zurück zum Körper kann die Feuchtigkeit dann nicht mehr, daher nicht schlimm einfach beidseitig trocknen lassen.

Auf Campingtour ist der Vorteil noch dass nun nur die Regenkleider nass sind und nicht die ganze Jacke, die kann nun sogar noch im Zelt getragen werden, Regenkleider bleiben im Vorzelt, Ameisen kann man dann ausschütteln.

Ab 25 Grad im Sommer ist es mit dem Klima in den Kleidern eh vorbei, ich wechsle dann zu Leder oder Textil.
Dann heisst es allerdings bei Gewitter gleich umziehen.

gruss sushi
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Re: Erfahrungen mit Klimamembranen

#6 Beitrag von sd-skipper » 16. Jun 2015 15:15

Sushis Beicht sagt eigentlich alles wichtige.
Kleiner Tip noch:
Da Du auf einer Tour nur eine Jacke mitnehmen kannst, sind Belüftungsöffnungen mit Reißverschluss (Airvents) super! Da zieht es dann bei heißem Wtter schön durch.
Membran-Kleidung immer mit dafür geeignetem Waschmittel waschen!!

Grüße!

Andi-MUC
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Re: Erfahrungen mit Klimamembranen

#7 Beitrag von Andi-MUC » 17. Jun 2015 22:19

Danke Leute für eure Antworten.
Leder wär auch eine Möglichkeit, jedoch hab ich dafür nicht die Figur :bia:
Also zusammenfassend: wenn Membran, dann in der aussenhaut eingearbeitet und nicht im Futter.
Dass ich mit einer Jacke/Kombi nicht alle Temperaturbereiche abdecken kann ist mir bewusst.
Also doch eher ne Regenkombi mitnehmen und wenn nötig darunter was warmes anziehen....
Beste Grüße aus Oberbayern
Andi


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Re: Erfahrungen mit Klimamembranen

#8 Beitrag von california » 18. Jun 2015 08:14

Und ... Regenkombi ist nicht gleich Regenkombi.

So habe ich beispielsweise die "Sport 2 Stretch-Regenhose" und "-Jacke" für zusammen ca. 100€.
Beides seit etwa vier (!) Jahren, und beide halten seither absolut (!) dicht.
Das ERSTE MAL in meiner ca. 30jährigen Zweirad-Karriere.
Dicht sind sie Alle aber nicht für immer, so wie diese.
Nun fahre ich "leider" auch in Leder. Und dafür ist diese Regenkombi von der Paßform her gemacht.
Ist eher eng geschnitten, so daß sie nicht "flattert" beim Fahren.

Die klassischen 30-50€-Kombis stinken dagegen komplett ab.
Die sind spätestens nach 3 bis 5 Regengüssen an den Nähten/Reißverschlüssen wasserdurchlässig (nach meiner Erfahrung).
Ob teuer grundsätzlich besser bedeutet, wage ich allerdings zu bezweifeln.
Einfach mal anfassen das Teil.
Meine Kombi fühlt sich nicht wie s´n billiges Plastikteil an, sondern eher als wäre sie aus gummiertem Material.

Hier
http://www.motorradonline.de/kombis/pro ... 17?seite=8
hat sie nicht so gut abgeschnitten.
Im Fazit heißt es Nässeschutz: 40 von 50, im Text "Wasserdichtigkeit: absolut dicht (Ausnahme: Knieschleifer-Aussparungen)"
Ich habe die ohne Knieschleifer-Aussparungen (die schwarze Hose) - also 50 von 50, damit dann 91 Punkte uuuund Testsieger! :biggrin:
Vielleicht hilft der Test ja als Entscheidungshilfe?!

Jim Knopf
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Re: Erfahrungen mit Klimamembranen

#9 Beitrag von Jim Knopf » 18. Jun 2015 12:00

Hi Andi,

ich habe die gleichen Erfahrungen wie Sushi gemacht und suche deshalb schon länger einen Nachfolger für meinen alten Textilanzug. Der kam damals mit Membran zum auszippen, die habe ich in vielen Jahren nur zu Beginn 2-3mal genutzt.
Seitdem ohne Membran. Eine Fleecejacke ist sowieso immer im Gepäck - zum Campen, wenns kühl wird, etc..
Zum Regenschutz habe ich seit 4-5 Jahren die FLM Stormchaserkombi von Polo - tip top seit 40-50tkm dicht und das schönste daran, die ist sogar atmungsaktiv!

Ich suche eigentlich eine ordentlich verarbeitete abriebfeste Textilkombi mit Lüftungsöffnungen - aber ohne Membran und ohne Innenfutter - den ganzen Mxxt können die sich sparen - Fleecejacke und Regenkombi sind viel besser, flexiber und sowieso im Gepäck. Die gibt es aber nicht einfach so ohne das Innenleben zum günstigeren Preis.

Ansonsten eben doch wieder den Innenmüll aus den Kombis wegwerfen...

PS Stadxxr / Touradrek Compa.. haben soweit ich weiß das Gleiche Prinzip... Ordentliche Textilkombi u Regensachen zum drüber ziehen.

Laminat zB Klim Badlds sind sauteuer, bestimmt auch super, aber du nimmst das Wasser und den Schmutz überall mit rein - ins Zelt, Hotel/Pension - und da nehmen dich die Leute oft nicht wenn du voll nass und versifft vor deren Pension stehst.

Also, bleibt nichts anderes übrig als weiter zu pellen Regenkombi an/aus

:D

Michael R.
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Re: Erfahrungen mit Klimamembranen

#10 Beitrag von Michael R. » 19. Jun 2015 21:53

Inzwischen gibt es einige Jacken, bei denen du die Membran, ähnlich wie ein Winterfutter, herausnehmen kannst. Ich finde das ist die beste Lösung.

tourenschnecke
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Re: Erfahrungen mit Klimamembranen

#11 Beitrag von tourenschnecke » 21. Jun 2015 10:53

Ich fahre seit 2 Jahren eine Modeka-Kombi Ventura GT. Sie hat ein herausnehmbares Klimainlett mit Sympatex Membran. Vorteil ist halt das man im Sommer einen gut durchlüfteten Anzug hat. Wenn man den Außenanzug ordentlich impregniert nimmt er auch nicht zuviel Wasser auf. Weiterer Vorteil ist das man den Außenanzug ohne Membran auch mal heftiger waschen kann, mache mich öfter mal dreckig. Ansonsten finde ich das die Markenmembranen Goretex, Sympatex deutlich länger halten wie die Noname, ca. 20 Jahre Erfahrung.

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