Schlauch ohne STvZO?

Erfahrungsberichte zu den Reifen von R & Z
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funkeneddy
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Schlauch ohne STvZO?

#1 Beitrag von funkeneddy » 18. Apr 2014 12:00

Moin allerseits.
Ich brauche bald neue Reifen/Schläuche und lese gerade bei www.moppedreifen.de, dass es von Continental verstärkte Schläuche ( 2,7mm und 4,5mm ) jedoch ohne Zulassung für Deutschland gibt. Allerdings nur in 90/90-21 gibt.
Warum nicht in 130/80-17?
Haben die einen Vorteil?
Sind die robuster?
Denn wenn die robuster sind, müsste es doch ne Zulassung dafür geben, oder liegt das mal wieder an der BRD?
Haben die Nachteile?

Würde die sonst gerne montieren lassen.

Könnte ihr mir da weiter helfen?

MfG Marcus und schöne Ostertage
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globohobbit
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Re: Schlauch ohne STvZO?

#2 Beitrag von globohobbit » 18. Apr 2014 22:20

@funkeneddy

Hallo Marcus,
zunächst mal zur 'Zulassung': Aufgrund der EG-Richtlinie 85/374/EWG verkündete die BRD am 19. Dezember 1989 das Produkthaftungsgesetz, welches 2002 novelliert wurde. Seitdem obliegt den Herstellern die Beweislast für ihre Unschuld im Fall eines Schadens an oder durch ihre Produkte. Gelingt ihnen dieser Beweis nicht, müssen sie haften. Für uns Motorradfahrer hat das z. B. die Reifenbindung zur Folge, weil eben nur jene Reifen (und gfls. Schläuche) 'zugelassen' sind, mit denen die Musterfahrzeuge bei der Typzulassung ausgerüstet waren. Nur wenn -in diesem Fall- ein Reifen-, bzw. Schlauchhersteller eine Unbedenklichkeitsbescheinigung (UBB) für den Betrieb auf einem bestimmten Motorradtyp ausstellt -und somit in die Produkthaftung eintritt- darf man damit fahren, ohne die Betriebserlaubnis zu verlieren.

Zu Deiner Frage nach dem Zweck / den Vor- u. Nachteilen der verschiedenen Schlauchdicken:
Je dicker ein Schlauch, desto weniger empfindlich gegen 'innere' Quetschungen ist er, aber auch schwerer und steifer.
Konkret: Fährst Du nur mit > 2 bar auf rel. ebenen Strassen ist der 'dünne' Standardschlauch der richtige. Und mit dem war Yamaha bei der Typzulassung.
Fährst Du gelegentlich mit < 1 bar z. B. im Tiefsand und von dort ohne aufzupumpen in steinigem Gelände weiter, riskierst Du einen gequetschten Schlauch wegen z. B. durchschlagender Steine. In dem Fall ist ein 2,7er Schlauch die richtige Wahl.
Der 4,5er ist sehr steif. Mit dem macht die Reifenmontage keine Freude. Den brauchst Du nur, wenn die Mühle mit niedrigem Reifendruck über jeden Bodenbelag prügeln willst.

Willst Du unbedingt einen verstärkten Schlauch fahren, suche einen Hersteller, der (Dir!) für Deinen Motorradtyp eine UBB ausstellt. Findest Du keinen, dann lasse Reifen und verstärkten Schlauch von einem Reifenhändler montieren. Achte darauf, dass er in der Rechnung den Vermerk 'verstärkter Schlauch auf Kundenwunsch montiert' unterlässt; dann hat er gfls. die Mütze auf, nicht Du (Du kannst ja nichts dafür, dass er den eingebaut hat).

Ich hoffe, das war verständlich.
Gruß
Willi

cbk
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Re: Schlauch ohne STvZO?

#3 Beitrag von cbk » 18. Apr 2014 22:41

Moin,
ich habe in meinen Michelin Reifen verstärkte Schläuche von Metzeler drin. Wenn ich mich recht erinnere haben die eine Zulassung und sind auch in den Maßen verfügbar.

Vielleicht wäre das ja eine Alternative?

funkeneddy
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Re: Schlauch ohne STvZO?

#4 Beitrag von funkeneddy » 19. Apr 2014 18:23

@ globohobbit
Danke, für deine ausführliche Antwort. Das ist mal ne Hilfe :top:

@cbk und @ all

Tja, ich möchte halt mit meiner XT im Juli durch Island touren. Ich wollte dafür einen Conti TKC80 montieren, da ich Asphalt,-Schotter und Sandpassagen fahren werde. Der scheint mir als offroad-neuling als gut geeignet.
Hatte nun gesehen, dass es vestärkte Schläuche gibt und das stellte sich mir die Frage ob ich die nun montieren lasse damit ich Reifenpannen gut ausschließen kann.


MfG Marcus
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Melkus
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Re: Schlauch ohne STvZO?

#5 Beitrag von Melkus » 19. Apr 2014 19:12

Ich bin 3 Jahre hintereinander mit den selben Standard-Schläuchen - keine Billigware - in den Seealpen Schotter und Geröll mit < 1 Bar gefahren - kein Problem.
Ich bremse auch für Trolle

Für die Abgabe an die breite Öffentlichkeit bestimmte dekorative Öllampen dürfen nicht in Verkehr gebracht werden, es sei denn, sie erfüllen die vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) verabschiedete europäische Norm für dekorative Öllampen (EN 14059).

fridolin

Re: Schlauch ohne STvZO?

#6 Beitrag von fridolin » 19. Apr 2014 20:20

funkeneddy hat geschrieben: Hatte nun gesehen, dass es vestärkte Schläuche gibt und das stellte sich mir die Frage ob ich die nun montieren lasse damit ich Reifenpannen gut ausschließen kann.
MfG Marcus
Ein Freund von mir war mit zwei anderen in Südamerika unterwegs. Er ohne die anderen zwei mit verstärkten Schläuchen. Die hatten Reifenpannen, er keine einzige. Kann natürlich auch reines Glück sein.

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Re: Schlauch ohne STvZO?

#7 Beitrag von InkaJoe » 20. Apr 2014 01:01

Wir fahren auf unseren Touren XT immer normale Schlaeuche.
Reifenpannen kommen aber schon mal vor.
99.9 % der Faelle sind jedoch Reifenschaeden durch Fremdkoerper, also Schrauben, Naegel und was die Leute hier in Peru sonst noch so alles verlieren... :roll:

Dagegen sind auch dickere Schlaeuche nicht gefeit.
Im Falle eines Falles, Ersatzschlauch rein und weiter gehts.

Wenn man richtig off road unterwegs ist, lohnen sich die dickeren Schlaeuche wahrscheinlich,
wenn oft mit niedrigem Luftdruck gefahren werden muss, geht aber auch mit den normalen.

Kleiner Tip:
Wenn man Luft aus den Reifen laesst, die Ventilstammmutter loesen, damit das Ventil nicht gleich
einreisst, wenn sich der Schlauch etwas verdreht.
Gruss und allzeit beulenfreie Fahrt!

"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben".
Alexander von Humboldt

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Re: Schlauch ohne STvZO?

#8 Beitrag von funkeneddy » 20. Apr 2014 22:44

Lieben Dank an alle fuer die Tips. War echt hilfreich! :top:
Ich denke ich werde die normalen Schläuche montieren. Die werden's wohl tun. ;)

MfG Marcus
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