Saisonende mit der schönen tenere za :-(

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elbstrand
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Saisonende mit der schönen tenere za :-(

#1 Beitrag von elbstrand » 20. Okt 2014 15:57

liebe alle,

am Wochenende fuhr ich nochmal in die Büsche mit meiner neuen za, einen Ferienhof an der Nordsee für den nächsten Frühsommer zu besichtigen:

http://www.ferienhof-ommen.de war die Empfehlung der lieben Kollegin. Bewegungs-Spielzeug en masse, ein Bauwagen umgebaut als Spielhöhle, Ziegen, Ponys, Schafe, geschützt und herrlich für die Bälger. Eine Erholung für die Eltern. So das Prüfungsbriefing. Eigentlich ging es aber vorrangig um die letzten Tage des Jahres auf dem Motorrad. Allein.
In meinen Helm eingebaut sind seit neuestem zwei Lautsprecher, angeschlossen ans Smartphone. Welches zusätzlich mit passabler optischer Führung mich ohne jedes Kartenlesen an die Norsee, nach Ommen navigieren wird. Die Navi-Dame flüstert bestimmt, aber sehr nett ins Ohr und weiss so schöne Strecken, die ich auf der Karte nicht gefunden, schon gar nicht genutzt hätte. Die Einstellung „kürzeste Strecke“ führt wunderbar und abenteuerlich, und genau das suche ich. Kurze Strecken über Bundesstrassen sind selten und daher vertretbar.

Gesagt, getan, Samstag morgen geht es bei Nebel früh los, über dem Leder mit Überjacke. Auch Unterhandschuhe und Halstuch müssen sein. Während der Fahrt ist es frisch, Hände und Füsse werden richtig kalt. Dieses betreute Fahren mit der Dame im Ohr hat was irre entspanntes. Kein an jeder Kreuzung wiederholtes „Handschuhe ausziehen, Unterhandschuhe ausziehen, Kartenfach öffnen, korrekt gefaltete Karte rausfriemeln, doof gucken, alles umgekehrt zurück“. Und an der nächsten Kreuzung wieder nicht wissen, was jetzt wohl die hübscheste Folgeroute sein könnt. Nein: Einfach nur noch fahren und „Uschi“ vertrauen. Manche Strassen sind so, dass ich die Ansage „Jetzt rechts abbiegen…“ nicht glauben kann. Vermodderte Feldwege in matschigen Pfützen und so leicht ist meine Kleine mit ihren 215Kilo dann ja nu auch nicht. Tief Luft holen und durch. Geht beherzt erstaunlich gut, meist bessert sich die Strasse recht schnell wieder. Bleibt aber landwirtschaftlicher Nutzweg.
Ich sehe schnell recht zünftig aus mit der Matsche an Mann und Motorrad. Kaum weg von Hamburg und bereits in der tiefsten Stille zwischen Kühen, Pferden, am Deich auch Schafen und sonstwie Viechern. Ohne jeden Verkehr. Tempo 40-60 km/h im Morgennebel und keiner da.

Nach 4-5 Stunden Klüngelfahrt erreiche ich ziemlich durchfroren die Weser-Fähre bei Sandstedt, Bibbernd eine ungemütliche und matschige Krümel-Brotmahlzeit vor der Fähre. Schlau kaufe ich die verbilligte Hin- und Rückfahrkarte. Praktisch und Preiswert. Nicht mehr jedes Mal Handschuhe ausziehen, Unterhandschuhe ausziehen…. siehe oben. Vergessen habe ich wieder mal, dass die Steckdose zur Naviversorgung defekt ist, ich also auf Akku fahre und hoffe, dass es reicht.

Auf der Westseite der Weser navigiert mich das Ding wunderbar und elegant ans Ziel. Hätte ich nie so gemacht und wäre völlig anders gefahren. Die Kunst ist tatsächlich, die eigene Meinung völlig abzustellen und blind zu folgen. „Auf der rechten Seite haben Sie Ihr Ziel erreicht“ sagt Uschi und PLUPP ist der Akku leer.

Und tatsächlich gefällt mir dieser Ferienhof sehr, die Entfernung zum Wasser wird wettgemacht durch die vielen Angebote vor Ort, die Zimmer sind herrlich, Atmosphäre und Ausstattung auch. Andererseits ist das Meer nah genug und mit dem vielfach ausleihbaren Fahrrad erreichbar. Und sollte ein Aufenthalt mit Frau und Kind verregnen, gäbe es ausreichend Alternativen. Besichtigung also damit erledigt.

Weiter zur Luxusjugendherberge „Schillighörn“, 20km von Ommen entfernt direkt an der Nordsee. Überraschend lädt der Herbergschef mich ein, die Familienzimmer inkl Abendessen zu buchen. Er fährt auch Motorrad und will mich überzeugen, hier den nächsten Familienurlaub zu verbringen. Ohne Aufpreis, sogar mit Abschlag. Ich bin sprachlos. Das grosse, tolle Zimmer mit Blick nach Osten und Mega-Sonnenuntergang ist der Hammer. Alles nagelneu und mit dem, was landläufig unter Jugendherberge verstanden wird, kaum noch verwandt.

Bis das ganze Lederzeug, Rucksack, Stiefel, Helm, Tankrucksack und so weiter verstaut sind, ist die Bude auch schon vollgeräumt. Ein herrliches Abendbrot. In diesen luxuriösen Momenten des Alleinseins gönne ich mir die ungestörte Freude, Fingernägel zu schneiden und früh zu Bett zu gehen. Ein bisschen Lesen, und etwa gegen 20.30uhr bin ich weg.
Und entsprechend früh wieder wach. Um 05.00uhr rümpfe ich die Nase über die Langschläfer, gehe raus und rauf auf den Deich, um in Gesellschaft bestimmt 6-7 weiterer Frühaufsteher den Hammer-Sonnenaufgang zu bewundern. Um 06.00uhr mokiere ich mich wieder über die immer noch schlafenden Weicheier, räume die Bude auf, packe ein bisschen zusammen und lege mich noch nen Moment hin, aufs Früstück wartend. Um 09.15uhr stehe ich völlig perplex im Frühstücksraum. Alles ist schon weggeräumt. Ich muss eingeschlafen sein. Sowas. Die Weicheier belächeln mich Langschläfer, mit Glück quatsche ich der Küchenchefin noch Brote, Aufschnitt und Frühstückseier ab. Puh, das war knapp. Aber so habe ich immerhin noch eine tolle Wegzehrung für unterwegs.

Heute ist es warm. Der Morgen fühlt sich an wie ein Herbstmorgen in Südfrankreich. Ich fahre nur in Leder, keine Überjacke. Der Schlamm von gestern sieht zünftig aus, bei entsprechend zornigem Gesichtsausdruck sieht man mir den domestizierten Familien-Papa gar nicht so sehr an. Der Frühnebel weicht schnell strahlender Sonne, herrjeh, wie herrlich dieses Smartphone-Navi-Ding mich elegant durch verwunschene Wege nach Hause führt. An einer schattigen Wegkreuzung im Busch kreuzen Fahrradwege, stramme Burschen in Riesentraktoren grüssen lachend in mein Waldmittagessen aus Butterbroten, Müsliriegeln, hartgekochten Eiern und Wasser.

Dass das Navi mich trotz bereits bezahlter Weser-Fährüberfahrt durch den Wesertunnel führt, ist ärgerlich, aber in dem Moment, in dem ich es merke, schon nicht mehr zu ändern. Das war mein letzter kleiner Ausflug 2014, fast hätte ich dieses Jahr 1.000km geschafft. Im Mai geht’s ja wieder weiter…

euer
elbstrand
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Re: Saisonende mit der schönen tenere za :-(

#2 Beitrag von SmokinAces » 21. Okt 2014 13:22

;D top Reisebericht.......
Alles kann, nichts muss.......

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Re: Saisonende mit der schönen tenere za :-(

#3 Beitrag von HondaBiker » 21. Okt 2014 19:35

elbstrand hat geschrieben:... Eigentlich ging es aber vorrangig um die letzten Tage des Jahres auf dem Motorrad. Allein.
In meinen Helm eingebaut sind seit neuestem zwei Lautsprecher, angeschlossen ans Smartphone.
Schade dass du lieber alleine unterwegs bist, ich wäre sonst gerne einen Teil der Strecke mitgefahren.
Ich wohne übrigens nur ca. 25 Kilometer vom Wesertunnel entfernt und hätte dir auch ohne Navi schöne Strecken in meiner Gegend zeigen können.

Gruß, Andreas.

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Re: Saisonende mit der schönen tenere za :-(

#4 Beitrag von Anuar » 21. Okt 2014 21:35

TOLL! :ja:
Ich sehe NICHT aus wie Bülent Ceylan, er sieht aus wie ich!!!

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Re: Saisonende mit der schönen tenere za :-(

#5 Beitrag von X-Tune » 21. Okt 2014 21:46

:gut:
elbstrand hat geschrieben:...Um 05.00uhr rümpfe ich die Nase über die Langschläfer...
Um 09.15uhr stehe ich völlig perplex im Frühstücksraum. Alles ist schon weggeräumt. Ich muss eingeschlafen sein.
:lach: :lach: :lach:

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